Die Rotgüldenseen
Die Rotgüldenseen

Der ehemalige Arsenabbau Rotgülden

 

Gold- und silberhältige Arsenvererzungen wurden an mehreren Stellen im Raum Rotgülden abgebaut. Verschiedene Namen wie Altenberg, Schurfspitze oder Silbereck erinnern an diese Bergbautätigkeit. Die größte Lagerstätte war Rotgülden.

 

Die Vererzungen sind an verschiedenartige Gesteine (Marmore, Schiefer) der „Silbereckserie" (Alter: 285 – 137 Mill. Jahre) und an den Zentralgneis (Alter: ca. 300 Mill Jahre) gebunden. Man nimmt an, daß die Lagerstätten in der Spätphase der alpidischen Gebirgsbildung vor ca. 15 – 25 Mill. Jahren entstanden sind.


 

Der seit dem 14. Jahrhundert bis zur Einstellung im Jahr 1884 (bzw. 1924) zuerst auf Gold und Silber („Goldschacht" in der „Ragüllen"), dann auch auf Arsenerz betriebene Bergbau Rotgülden war der bedeutendste Arsenproduzent in alter Zeit.


Von den zahlreichen Gewerken seien Konrad von Thannhausen (um 1463), Otto von Lichtenstein (1548 – 1562), K. Jocher (1621 – 1645), die Roibinigs (im 18. Jahrhundert), F. Volderauer (1842 – 1870) und vor der Stillegung Elise Brandsetter genannt.


 

 

 

Foto der Lage des alten Arsenbergwerkes Rotgülden an der orographisch rechten Seite des Rotgüldenbaches in der NW-Flanke des Silberecks.

 

 

Mit Ausnahme des Schmiedenstollens, der einem alten Karstsystem folgend, in Marmoren vorgetrieben wurde, sind die anderen Stollenbauten in Kalk- und Schwarzschiefern erfolgt


Das im Bergbau gewonnene Arsenerz (Arsenkies; chemische Eisen-Arsen-Sulfid) wurde zwecks Weiterverarbeitung zur Hütte nach Rotgülden geliefert und dort gepocht (zerkleinert). In feuerfesten Kammern eines Sublimierungsgebäudes wurde der feingemahlene Arsenkies erhitzt. Dabei entstand dampfförmiges Arsenik (auch „Hüttrach" genannt), das noch raffiniert wurde und dann in den Handel kam. Arsenik wurde bevorzugt nach Italien und in den Vorderen Orient exportiert (Verwendung in der Glasindustrie, bei der Lederbearbeitung, in der Medizin). Arsenik wirkt in geringen Mengen als Stärkungsmittel für Mensch („Arsenikesser") und Tier, vor allem beim Pferd: Betrügerische Bauern fütterten ihre alten Gäule mit Arsenik, um sie besser verkaufen zu können („Roßtäuscher")!


Unterhalb des heute noch vorhandenen Pochwerksgebäude (Gaststätte „Arsenhaus") sind noch Haldenreste der ehemaligen Arsenhütte zu sehen.

 

Die Gesamtlänge der aufgefahrenen Strecken und Stollen beträgt an die 800m. Die „Große Zeche" weist einen Querschnitt von ca. 44 x 28 m auf und ist über 40 m hoch! Die z.T. mittelalterlichen Strecken sind in Feuersetz- und/oder Ritzarbeit hergestellt worden (Vortriebsleistung ca. 1 cm pro Schicht!).


 

Zu bewundern ist auch eine noch heute gut erhaltene Wasserkunst, die zur Sümpfung (Entwässerung) des unterhalb des Friedrichstollens gelegenen Tiefbaues diente.


 

 

 Die Tafel, die den ehemaligen Bergbau Rotgülden beschreibt, steht in wunderbarer Harmonie mit der Umwelt am Wegesrand. Vom dem Geländer aus hat man einen herrlichen Blick auf den Stolleneingang.

Wer die Mühe nicht scheut, dem sei hier der Abstieg auf dem dort beginnenden Steig nahe gelegt. Vom Steig aus kann man noch einen weitaus schöneren Blick auf den Stollenmund genießen (siehe auch obigen Bildausschnitt).