Werbefilm Sticklerhütte

 

Seehöhe: 1.107 Meter - Fläche: 11,596 ha - Einwohner: 569


Die Nationalparkgemeinde Muhr ist die einzige Gemeinde des Lungaues, die Anteil am Schutzgebiet des Nationalparkes Hohe Tauern hat. Der Name Muhr ist slawischen Ursprungs und bedeutet soviel wie "schwarz, dunkel". Gleichzeitig ist er ein Dokument für die "frühe Landinanspruchnahme" dieses Gebietes. Der Lungau, der oft wegen seiner tiefen Wintertemperaturen als "Österreichisches Sibirien" bezeichnet wird, unterscheidet sich sehr deutlich, sowohl in Brauchtum wie auch in der Vegetation von den anderen Gebieten des Nationalparks.

 

Lebendiges Brauchtum wird bei den örtlichen Veranstaltungen in der Gemeinde Muhr, dem "Samsonumzug" und beim "Prangstangentragen" der jungen Burschen dokumentiert.

Neben einer bescheidenen Landwirtschaft in diesem rauhen Klima war in Muhr seit Jahrhunderten der Bergbau ein äußerst bedeutender Wirtschaftszweig. Seit 1354 ist Muhr als wichtiger Bergbauort des Fürsterzbischofs von Salzburg bekannt. Gold und Arsenkies wurden abgebaut und als wertvolle Produkte für die Glaserzeugung bis nach Murano bei Venedig geliefert. 1818 war es dann mit dem Goldbergbau und 1884 mit der Arsenikverhüttung vorbei. Dies stellte damals einen schweren wirtschaftlichen Rückschlag für die Gemeinde dar.

In Muhr, wie im gesamten Lungau, ist die Hofform des "Einhofes" weit verbreitet. Hier sind Wohnhaus und Stadl in einem großen Gebäude mit gleicher Firstlinie angeordnet. Eine Besonderheit der Lungauer Gegend sind die im Hofverband stehenden gemauerten Getreidekästen, die sogenannten Troadkästen. Von der ehemaligen Bergbauzeit zeugen Kleinbauernhöfe, sogenannte Keuschen, als Zeichen einer Mehrfacherwerbstätigkeit der dort lebenden Arbeiter.

Die Pfarrkirche St. Rupert, erbaut 1523 und erweitert 1723, ist ein Dokument der Sakralarchitektur und der tiefen Frömmigkeit der Bewohner dieser Gegend.